Kursfahrt nach Wien

Lk Geschichte und LK Politik vom 10.07. - 15.07.2006 in Wien

Am Montag, dem 10.07. früh morgens um 07:30 h standen 25 Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse Politik und Geschichte von Herrn Listemann und Herrn Wichers voll bepackt und erwartungshungrig am Bahnhof in Bohmte. Ein paar blickten aber auch noch verschlafen drein, denn am Vorabend hatte Italien gegen Frankreich das WM-Finale in Berlin gewonnen und es gab natürlich kein aktuelleres Gesprächsthema als Zidane und Co., naja, zumindest unter den männlichen Teilnehmern.

Nach einer zügigen Fahrt im ICE waren wir am späten Nachmittag in Wien angelangt, um dann mit der S-Bahn weiter zum Jugendgästehaus Brigittenau am Friedrichs-Engels-Platz zu fahren. Es war so brütend heiß, dass es besonders in der S-Bahn wohl keinen von uns gab, dem nicht das Wasser vom Kopf lief. Und das sollte nicht das letzte Mal gewesen sein in der uns bevorstehenden Woche.

Nach kurzem Einrichten und fast problemlosem Bettbeziehen bei den männlichen Wesen ging es dann auch schon auf Entdeckungstour durch unseren Stadtteil Brigittenau. Dabei hielten wir krampfhaft Ausschau nach einem Restaurant, denn ein jeder Magen hatte mittlerweile laut Hunger angemeldet nach dieser langen Fahrt. Und wir wurden sogar fündig: Nicht weit von unserem Gästehaus konnten wir ein paar äußerst leckere griechische Köstlichkeiten zu uns nehmen. Gut gestärkt setzten wir also unsere Erkundungstour fort. Wir gingen bis an die Donau und weiter zur nahe gelegenen Donauinsel, einem Freizeitparadies mit vielen Strandbars, Discotheken sowie Sport- und Erholungsmöglichkeiten. Dort verweilten wir ein paar Stunden, bis es schließlich zurückging zum Gästehaus und wir müde in unsere Betten fielen.

Ausgehend vom Stephansdom bekamen wir am nächsten Morgen eine zweistündige Stadtführung. Währen dieser wurde dem Namen unserer "Studien"-fahrt das erste Mal ganz ordentlich Rechnung getragen. Wir bekamen viel Geschichtliches über Wien zu hören und zu sehen, wie zum Beispiel das Haus, in dem Mozart wohnte, eine prunkvolle Jesuitenkirche, aber auch aktuelle Architektur und das Leben in der Stadt Wien wurden uns gezeigt und näher erläutert. Anschließend besuchten wir die Kapuzinergruft und konnten eine Menge Ruhestätten und Särge ehemaliger Angehöriger des österreichischen Kaiserhauses betrachten, u.a. auch die von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth  ("Sissi").

Der folgende Nachmittag stand zur freien Verfügung und wurde dazu genutzt, das Heeresgeschichtliche Museum zu besuchen oder sich von den bisherigen Strapazen zu erholen und in der Donau zu erfrischen. Abends fanden dann wieder alle zusammen, um zunächst an der Donau und später auch in einem kleinen Park vor unserem Gästehaus ein paar oder auch ein paar mehr alkoholfreie Getränke aus Dosen zu trinken, die man praktischerweise beim nahe gelegenen Kiosk rund um die Uhr erstehen konnte. Dies währte bis in die Nacht, denn "bei dieser Mordshitze kann man doch sowieso nicht schlafen!", analysierte Herr Listemann die für uns nicht ganz unwillkommene Situation treffend.

Da bisher vermehrt die Interessen der Historiker berücksichtigt wurden, kamen am Mittwoch auch die Politologen bzw. zukünftigen Politiker zum Zuge. Es wurde die UNO-City in Wien besichtigt, ein Hochhauskomplex, der einen der vier Amtssitze der Vereinten Nationen beherbergt. Dieser Amtssitz ist spezialisiert auf die internationale Atomenergie, Weltraumfragen, Drogenkontrolle und Verbrechensverhütung. Am Nachmittag ging es dann wie so oft in einer kochend heißen S-Bahn zum Schloss Schönbrunn, um auf Sissis Spuren durch Schloss und Schlossgarten zu wandern und einige prunkvolle Eindrücke sowie nicht zuletzt auch historische Kenntnisse zu gewinnen. Außerdem haben sich manche von uns anschließend noch das Hunterwasserhaus, ein berühmtes, buntes, begrüntes und in keiner Weise symmetrisch gebautes Haus in Wien angesehen.

Des Weiteren muss erwähnt werden, dass uns unser erstes und letztes Abendessen im Jugendgästehaus später ganz und gar nicht schmeckte und wir dem vorbildlichen Beispiel unserer beiden Lehrer folgten und es, kaum angerührt, dem Küchepersonal wieder in die Hände drückten. Davon ganz unbeirrt ging es daraufhin in die nahe gelegene Millenium-City, einem Shopping- und Entertainmentcenter, um sich für das anstehende Bowlingturnier zu stärken. Hierbei musste sich Herr Wichers, ein wahrer Meister dieses Sports, dann jedoch ein ums andere Mal von seinen Schülern belehren lassen. Zu fortgeschrittener Stunde wurde, wie am Montag bereits, wieder einmal die Donauinsel unsicher gemacht, wobei uns der freie Eintritt in die Discos sehr erstaunte, die Getränkepreise dann allerdings ebenso.

Unser nächster Termin war die Besichtigung der Brauerei Ottakringer am Donnerstagnachmittag. Eine sich der Besichtigung anschließende Verköstigung alkoholfreien Bieres erzeugte aufgrund ihrer Ausgiebigkeit bei einigen auch gewisse Nachwirkungen, wozu die starke Mittagshitze und das noch fehlende Mittagessen ihr Restiliches taten. Dementsprechend wurde am Nachmittag dann auch eine Siesta zur so genannten Erholung eingelegt. Gegen Abend war es damit allerdings vorbei, denn da ging es schon wieder weiter und zwar in einer Gegend mit vielen Biergärten am Rande Wiens. Weil dies der letzte Abend war, abgesehen vom nächsten Abend gemeinsam im Zug, wurde jener natürlich entsprechend genutzt und noch einmal ordentlich bis spät in die Nacht gefeiert.

Am Freitag mussten wir allerdings auch schon wieder um 10 Uhr morgens fit im Staatsarchiv stehen, wo uns diverse Quellen, z. B. aus dem Zweiten Weltkrieg, und Mittel zu ihrer Restaurierung und Erhaltung vorgeführt wurden. Den anschließenden Nachmittag konnte jeder noch einmal selbst gestalten, was zum Beispiel ein paar der männlichen Wesen auf die geistreiche Idee brachte, fünf Stunden lang in einem McDonalds zu pokern.

Auf der darauf folgenden siebzehnstündigen Rückfahrt wurde dies sogar noch fortgeführt, wobei sich die meisten jedoch dazu entschlossen, ihren dringend notwendigen Schlaf in klimatisiert kühler Umgebung nachzuholen. Samstagmittag schallte es dann plötzlich "Bohmte..Bohmte" durch den Zugwaggon und man wusste, man war wieder am Ausgangspunkt dieses wöchentlichen Trips angelangt, und dies zwar ziemlich geschafft, aber dennoch restlos glücklich über eine sehr gelungene Fahrt!!

Dabei wollen wir uns hiermit auch noch einmal recht herzlich bei Herrn Listemann und Herrn Wichers für ihre gut geplante, interessante und vor allem erlebnis- und auch abwechslungsreiche Studienfahrt bedanken!