Berlinfahrt 2018

Unsere Fahrt begann am Montag, den 15.10.2018 mit 106 Schülern und 8 Lehrern am Hauptbahnhof in Osnabrück. Nach ca. 3 Stunden entspannter Zugfahrt kamen wir in Berlin an und machten uns direkt auf den Weg zu unserem zentral in Mitte gelegenen Hotel “Pfefferbett”. Nachdem wir uns auf der Fahrt mit einem Linienbus einen ersten Überblick über die Stadt verschaffen konnten, hatten wir Gelegenheit die Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor und den Alexanderplatz selbstständig zu erkunden. Die schwierigste Frage des Abends beschäftigte sich jedoch mit der Wahl des Abendessens im kulinarisch vielfältigen Berlin.
 
Am Dienstag begann unser Programm schon sehr früh mit einem Besuch des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Während der Führung, in dem 1936 errichteten Konzentrationslager für Männer, Jugendliche und sogar Kinder, war es erschreckend zu sehen, wie die Menschen dort behandelt wurden. Die unmenschlichen Bedingungen, die dort herrschten, sind für uns heute unvorstellbar. Auch wenn wir die historischen Hintergründe kennen und wir viele Bilder gesehen haben, ist es etwas ganz anderes direkt an der Stelle zu sein, wo früher solche schrecklichen Dinge geschehen sind.
 
Das Nachmittagsprogramm beinhaltete verschiedene Angebote, wie beispielsweise den Besuch des Olympiastadions, in dem wir die Umkleidekabinen ebenso wie die VIP-Tribüne besichtigen durften. Abschließend haben wir von diesem Tag viele Eindrücke und Informationen mitgenommen.
 
Am Mittwochmorgen fuhren die Religionsprüfungskurse in das jüdische Museum. Währenddessen schauten sich andere Berlin bei einer Fahrradtour an oder besuchten das Museum der Illusionen. Im jüdischen Museum bekamen wir unter anderem die Möglichkeit, den berühmten Liebeskindbau zu sehen, welcher viele Interpretationen im Holocaust zulässt.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es für alle weiter in Richtung Gedenkstätte Hohenschönhausen. Wir alle waren uns anfangs nicht sicher was uns bei dem ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis der DDR erwarten würde. Entgegen unserer Erwartungen einer relativ „stumpfen“ Führung, erzählte uns ein ehemaliger Häftling seine persönliche, bewegende Geschichte. Da die ehemals politisch Verfolgten in diesem Gefängnis lange Zeit psychisch und physisch gefoltert wurden, ist umso beeindruckender, dass sie so viel Kraft besitzen, uns ihre Geschichte zu erzählen, die uns alle sehr bewegt und bleibende Eindrücke hinterlassen hat. Insgesamt war dies also ein eindrucksvoller Tag und nach einer Fahrt Richtung Hostel in einer überfüllten U-Bahn ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Am Donnerstag fuhren wir nach dem Frühstück zu der zentralen Stasi-Unterlagenbehörde, wo wir einen Einblick in die damalige Staatssicherheit bekamen. Wir beschäftigten uns mit Fällen von Jugendlichen in unserem Alter, deren Schicksale erschreckend waren. Danach durften wir einen Blick in das Archiv werfen, wo bis heute alle Akten und Dokumente aufbewahrt werden. Besonders erstaunlich war die Menge an aufbewahrten Materialien.

Vom Essen gestärkt, fuhren wir zum Bundestag, wo wir nach einer Sicherheitskontrolle bei einer Parlamentssitzung zuschauen konnten. Abschließend konnten wir den Ausblick über Berlin von der Reichstagskuppel genießen und wieder unten angelangt, begann unser Kulturabend.
 
Wir sahen ein spannendes Volleyballspiel der Bundesliga zwischen Berlin RV gegen die Powervolleys Düren. In der Halle wurden wir von einer ausgelassenen Stimmung von über 7.100 Fans überrascht. Nachdem es dann nach vier Sätzen 2:2 stand, ging es in den letzten entscheidenden Satz, in welchem sich die Powervolleys Düren durchsetzen konnten und so den neunmaligen deutschen Meister im ersten Saisonspiel bezwangen.
 
Und nach einer kurzweiligen und ereignisreichen Woche ging es am Tag später schon wieder Richtung Bad Essen mit dem Zug. Für viele Schüler ist klar, dass sie in naher Zukunft wieder in unsere tolle Hauptstadt Berlin zurückkehren wollen – entweder als Urlauber oder vielleicht sogar als Studenten nach dem Abitur.

Die Berlinfahrer

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