„Die DDR – das andere Deutschland? – Vom „Zettelfalten“ zur freien Wahl“-

Wahlen in Deutschland in Diktatur und Demokratie Workshop und Zeitzeugengespräch für Schüler*innen am 24. und 25. Oktober 2019 am GBE

Am 24. Und 25. Oktober 2019 bot sich unseren Schüler*innen der Klassen 11 - wie auch schon im letzten Schuljahr für zwei Klassen des damaligen Jahrgangs 11- die Möglichkeit, in einem Workshop und einem anschließenden Zeitzeugengespräch die Geschichte des politischen Alltags in der DDR und das Leben im „real existierenden Sozialismus“ in den Blick zu nehmen.

Frau Lisa Beisel von der Deutschen Gesellschaft e.V. moderierte dabei einen Workshop mit dem Schwerpunkt „Politisches Leben in der DDR“. Dieser entstand in enger Zusammenarbeit mit der „Bundestiftung Aufarbeitung“.

Engagiert und kompakt informierte sie die Schülergruppe sehr anschaulich; dabei nutze sie die moderne Technik, indem die Schüler*innen während des Workshops über ihr Handy an themenbezogenen Umfragen teilnehmen konnten. Dieses innovative Vorgehen steigerte merklich das Interesse und die Aufmerksamkeit unserer Schüler*innen.

Im Anschluss daran legte die Zeitzeugin Cornelia Zoels (geboren 1964) ihre sehr persönlich vorgetragene Biographie mit all ihren tragischen Schicksalsschlägen, Tiefpunkten und Enttäuschungen dar, wobei die Schüler*innen zum überwiegenden Teil tief berührt waren. Trotz der erlebten Brüche in ihrer Biographie zeigte Frau Zoels eine ebenso große Portion Humor und Optimismus, denn die in ihrem Buch erschienen kleinen Geschichten aus dem DDR-Alltag:
 
– Hinter der bunten Mauer – Spannende und wahre Geschichten mit Witz –
 
aus denen sie einige vorlas, sorgten beim Publikum für herzhafte Lacher.
 
Mit ihrem Fazit - Freiheit heißt immer auch Verantwortung- und dem sich daran anschließenden Appell – „Macht was aus eurem Leben, seid aktiv, lebt Demokratie!“ rundete Frau Zoels ihren informativen, aber auch nachdenklich machenden Vortrag.

Vor dem Hintergrund des Jahrestages des Mauerfalls vor 30 Jahren und der momentanen medialen Präsenz dieses Themas konnten Frau Beisel und Frau Zoels den Schüler*innen einige detaillierte und auch ganz persönliche diesbezügliche Einblicke geben.

In den sich im Folgenden anschließenden Berichten über den Workshop aus Schülerhand kommen drei Schüler*innen zu Wort, die ihre persönlichen Eindrücke von dem Workshop und dem Zeitzeugengespräch wiedergeben.
 
Se/04.11.2019
 
 
ZEITZEUGIN AUS DER DDR
BESUCHT DAS GBE

Am 25.10.2019 besuchte die Zeitzeugin Cornelia Zoels, geboren in der DDR, unsere Schule, um dem Jahrgang 11 ihre persönliche Geschichte – ihr Leben in der DDR - näherzubringen. Zuvor wurden uns von Frau Beisel in einem Workshop einige Aspekte des Lebens in der DDR vermittelt. Frau Zoels erzählte von ihrer Vergangenheit und ihren Erfahrungen mit der Staatssicherheit.

Ihre erste Bekanntschaft mit dem System der DDR machte sie als Kind, als ihre Eltern einen Ausreiseantrag in den Westen stellten. Seither wurde sie von ihren Lehrern in der Schule anders behandelt und konnte ihren beruflichen Traum, Lehrerin zu werden, nicht ausführen.

Des Weiteren erzählte Frau Zoels, dass ihre Eltern bei dem Versuch zu flüchten von der Staatssicherheit in Gefangenschaft genommen wurden und sie fortan in einem Heim leben musste. Obwohl ihre Familie dadurch getrennt wurde, bestand der Kontakt zu ihren Geschwistern weiterhin. Frau Zoels heiratete früh und bekam einen Sohn, jedoch scheiterte ihre Ehe, als sie herausfand, dass ihr Mann bei der Staatssicherheit arbeitete und auf sie angesetzt worden war.

Nach dem Mauerfall versuchte sie Kontakt zu ihren Eltern aufzubauen, diese waren vermutlich jedoch psychisch krank, da sie lange Zeit nach einem missglücktem Fluchtversuch aus der DDR – mit dem Plan, ihre vier Kinder NICHT mitzunehmen - in einem Gefängnis der Staatssicherheit ( Stasi) waren und seit ihrer Entlassung (sie wurden in den 80ern von der BRD „freigekauft“) unter Verfolgungswahn leiden. Aus diesem Grund brach der Kontakt endgültig ab.
 
Mit ihrem Appell, dass wir unsere Freiheit wertschätzen sollen, beendete sie schließlich ihren Vortrag. Der Vortrag von Frau Zoels hat uns sehr gefallen, da er sehr spannend und mitreißend war und einem einen sehr guten Einblick in das damalige Leben in der DDR gewährt wurde.

Name: Liv Bussmann, Jana Rezlaw
Klasse: 11FL2
 

Projekttag am GBE zum Thema: „Die Geschichte der DDR“
Am 24.10.2019 fand für die 11F1 und die 11FL1 ein Projekttag mit dem Thema  “Die Geschichte der DDR” statt.
 
Er bestand aus zwei jeweils ca. 90 Minuten langen Vorträgen und ging von der 3. bis zur 6. Stunde. Den ersten Vortrag hielt Frau Lisa Beisel, einer Referentin des Deutsche Gesellschaft e.V.; er thematisierte die Geschichte der DDR. Trotz ein paar technischer Probleme war es ein sehr informativer Vortrag, der mit Unterstützung von Film und Musik einen guten Einblick in die Zeit der DDR gab.

Der zweite Vortrag war ein Zeitzeugenbericht von Fr. Cornelia Zoels. Sie erzählte uns von Ihrem Leben in der DDR, wie es war, in diesem Land aufzuwachsen und das Systems mit voller Härte zu spüren zu bekommen.
 
Mir haben die Vorträge sehr gut gefallen und es ist ein gutes Konzept, von Schule zu Schule zu ziehen, um der jungen Generation zeigen, was es hieß, im “anderen” Deutschland gelebt zu haben.
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Lukas Meyer

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