DDR-Projekttag der 11. Klassen

Geschichte live erleben!

Am Donnerstag, dem 30.09. und Freitag dem 01.10, also kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit, konnten die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs am Projekttag zum Thema DDR teilnehmen.

Der Ablauf war gut strukturiert und abwechslungsreich gestaltet, sodass den Schülerinnen und Schülern nie langweilig wurde. In den ersten beiden Stunden stand in den einzelnen Klassenverbänden eine Präsentation mit dem Titel „Das politische System der DDR und die Aufdeckung der Wahlmanipulation“ auf dem Programm. Diese Präsentationen wurden von den Mitarbeiterinnen der „Deutsche Gesellschaft e.V.“ gehalten. Sie befassten sich mit Themen wie der Gründung und Aufteilung der DDR, der Verfassung, dem Schulsystem, der Überwachung durch die Stasi und den Wahlen. Somit ergänzten sie das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler vom Geschichtsunterricht noch einmal erheblich.

In der darauffolgenden Doppelstunde wurden in den Klassen Gruppen gebildet, von denen sich jede mit einem Thema auseinandersetzen und dazu eine kurze Präsentation für die Mitschülerinnen und Mitschüler erstellen sollte. Die Themen, aus denen die Schülerinnen und Schüler wählen konnten, waren Glasnost und Perestroika, also die politische Wende der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow und die Reaktion der DDR darauf, das Wahlverfahren in der DDR, das Ministerium für Staatssicherheit, kurz die Stasi, sowie Bürgerrechtsbewegungen und Kommunalwahlen.

Die letzten beiden Stunden stellten den Höhepunkt des Tages dar. Wolfgang Reiche, ein DDR- Zeitzeuge erzählte den Klassen 11F1, 11FL2, sowie der 11L seine Geschichte. Er wurde am 13.08.1947 in Thüringen, also in der DDR, geboren. Mit 17 Jahren, also im Jahr 1967, floh er aus der DDR und lebte von da an in Westdeutschland. Er floh, obwohl er kein politischer Gegner der DDR war. Er meint seine Flucht wurde durch mehrere Faktoren bedingt. Er war frustriert, da sein Ausbildungswunsch in der DDR nicht erfüllbar war. Außerdem war er ein Außenseiter und sehnte sich nach Anerkennung. Hinzu kam laut Reiche die „jugendliche Suche nach der Wahrheit“, sowie seine Neugier. Er wollte sich selbst ein Bild vom Westen machen. Deshalb floh er nach einem Jahr Planung von Ost- nach Westdeutschland. Er überquerte die Grenze nahe der Stadt Netzkater im Harz. Direkt nach der Flucht kam er bei seiner Tante unter und bekam wenig später eine Staatsbürgerschaft als Geflüchteter im Westen, wo er auch seine Schullaufbahn mit dem Abitur beendete. Erst 8 Jahre nach der Flucht, also mit 25, konnte er seine Familie wieder besuchen, da die Ausreise aus der DDR für ihn dann erst wieder möglich war. Als Reiche mit der Erzählung seiner Geschichte geendet hatte, konnten die Schülerinnen und Schüler Nachfragen stellen, die alle Unklarheiten über Reiches Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Weg räumten.

Pünktlich zum Ende der 6. Stunde endete das Zeitzeugengespräch und die Schülerinnen und Schüler konnten sich auf den Weg nach Hause machen. Viele fanden den Projekttag sehr aufschlussreich und spannend und wünschen sich solche Projekte auch in Zukunft.
 
Carl Zuther und Leo Michaluk, 11F1

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