Ausflug zum 52. Historikertag in Münster

Am 26. 09. 2018 machten sich die Geschichtsleistungskurse des 12. Jahrgangs auf den Weg zum 52. Historikertag nach Münster.
Dort konnten wir uns zunächst ein Interview mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema „1968 – Krise oder Aufbruch zu mehr Demokratie?“ anhören. Um uns erst einmal einen Eindruck über die Stimmung in diesem Jahr in Deutschland zu geben, wurde ein kurzer Nachrichtenbeitrag von Weihnachten 1967 gezeigt. Ein Interview mit dem Historiker und Zeitzeugen Prof. Dr. Axel Schildt ermöglichte uns dann die genaueren Zusammenhänge zu verstehen: Als Ursache für die Aufstände durch die Jugendlichen gab Schildt die Unzufriedenheit mit den undemokratischen Zuständen an den Universitäten, die Unterstützung des Vietnamkriegs durch die westlichen Länder, den Einfluss des Springer-Verlags in der westdeutschen Öffentlichkeit sowie die Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten an.
Besonders spannend war, dass Prof. Schildt uns einen persönlichen Einblick auf seine eher zufällige Politisierung, durch ein Buch angeregt, gegeben und auch Folgen der Revolution für uns heute aufgezeigt hat. Ohne ‘68 hätten nämlich auch wir heute weniger persönliche Freiheiten.
Anschließend folgte die Vorstellung von Klaus Daiger, einem Zeitzeugen, dessen persönliche Geschichte von Julia Buchholz und Patricia Wratil im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten untersucht wurde.
In der folgenden Abschlussdiskussion mit allen Teilnehmern wurde noch einmal die Aktualität des Themas „Revolution ‘68“ deutlich. Dabei wurde an uns Schüler appelliert, für unsere Demokratie gegen rechte Gruppierungen einzutreten. Was uns bei dieser Veranstaltung besonders gefallen hat, war die Möglichkeit, durch sogenannte „Klicker“ an vorbereiteten Abstimmungen teilzunehmen, die zum Beispiel unseren eigenen aktiven politischen Einsatz abfragten.

Meinungsumfrage via „Klicker“ beim Historikerstag
Nach einer kleinen Pause folgte ein Vortrag zum Thema “Fake News – nichts Neues! Wie Medien Geschichte machen“ von Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer.

Dieses Thema ist besonders für uns Jugendliche aktuell, da uns der Referent durch Beispiele aus der Geschichte verdeutlichte, wie leicht man u.a. Fotos verfälschen und verändern kann, was gerade heute durch die sozialen Medien viele Manipulationsmöglichkeiten bietet. In Krisen und Umbruchssituationen sind Fake News, so Thamer, ein beliebtes Instrument der Meinungsmache. Die Aufgabe des Historikers sei es nun, den Irrtum zum Untersuchungsgegenstand zu machen und die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen zu untersuchen, unter denen eine Falschmeldung entstanden sei. Bei allen Informationen solle daher auch heute die Authentizität der Quelle überprüft werden, um mögliche Fake News oder „Alternative Fakten“ zu enttarnen. In einer Demokratie darf, so der Professor, der Anspruch auf Wahrheitsfindung nicht aufgegeben werden.

Ferner wurde auch auf unser aktuelles Unterrichtsthema, nämlich das 19. Jahrhundert, Bezug genommen: Dabei erklärte Thamer, dass z.B. der Begriff „Lügenpresse“ erstmals im Rahmen der Revolution 1848/49, später im deutsch-französichen Krieg 1870/71 verwendet wurde, um antijüdische Vorurteile zu schüren..
 
Nach den Veranstaltungen hatten wir noch Zeit uns die Stadt Münster anzugucken, bevor es dann mit dem Bus wieder zurück nach Bad Essen ging.

Alles in allem war es ein gelungener und informativer Ausflug!
 
Leonie Vehring und Aurelia Tiemann

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