REdUSE zu Besuch am Gymnasium Bad Essen

In der Milchstraße gibt es etwa 100 bis 300 Milliarden Sterne, unsere Sonne ist einer davon und umgeben von 8 Planeten, wobei wir auf dem einzigen mit Sicherheit bewohnbaren leben. Die Erde hat Wasser, eine ausreichend dichte Atmosphäre und den passenden Abstand zur Sonne, sodass im Laufe der Jahrmillionen ihrer Existenz komplexe Spezies und Ökosysteme bis in nahezu jeden Winkel der Erdoberfläche, darunter und auch in die Weltmeere vorgedrungen sind. Damit die Erde in der Zukunft auch die für das menschliche Leben nötigen Bedingungen weiterhin erfüllt ist, ist eine nachhaltige Lebensweise von Nöten, denn alle Ressourcen sind trotz ihrer immensen Vorkommen nicht unerschöpflich oder benötigen zumindest ausreichend Zeit zur Regeneration.

Doch unsere Welt hat ein Problem:
Durch Jahre der Verschmutzung, Zerstörung und wenig vorausschauenden Nutzung von Ökosystemen außerhalb der Grenzen ihrer Belastbarkeit durch den Menschen, steht sie nun vor dem anthropologischen Treibhauseffekt und weitreichender Umweltzerstörung.

Genau mit dieser Thematik befasst sich das Projekt „REdUSE“ – oder besser gesagt mit möglichen Aktionen unsereins, die auf Minimalisierung und Kompensierung dieser Problematik zielen – , welches am Mittwoch, den 11. September 2019 am Gymnasium Bad Essen hospitierte und dort für ein klimafreundlicheres und nachhaltiges Leben plädierte.

Das Projekt sollte den Anwesenden der 10. bis 12. Klassenstufe in zwei getrennten a 90 Minuten Auftritten hauptsächlich mithilfe einer kreativ geführten Aufklärung eine nachhaltigere Lebensweise näherbringen. Der Moderator führte die Schüler durch die Veranstaltung und beantwortete eventuell aufkommende Fragen.

„REdUSE“ begann mit einem kurzen Grundkurs über die Unterschiede zwischen nachwachsenden und nicht nachwachsenden Rohstoffen und einer anschaulichen Darstellung über den Earth Overshoot Day, nachdem, jedes Jahr früher als im Jahr davor, alle natürlich nachwachsenden Ressourcen der gesamten Erde aufgebraucht beziehungsweise verwendet sind. Diese geschah durch die Veranschaulichung der Erde als Kapitalanlage mit den nachwachsenden Rohstoffen als jährliche Rendite. Darauf folgte ein Erklärfilm zu den direkten und indirekten Konsequenzen unseres Konsums vor allem in den bekannt weniger industrialisierten Staaten der Erde wie dem Kongo und Indien, wobei ersteres etwa besonders unter sogenannten Konfliktressourcen, Menschenausbeutung und Kinderarbeit im Bergbau leidet, und auch den gesundheitlichen Folgen für Flora und Fauna.

Weiterhin geschah die Darstellung mit einer vorgeführten interaktiven Präsentation, die nach den Wünschen und Interessen der Teilnehmer einen eigenen Lehrweg verzweigte und in die unterschiedlichsten Gebiete eintauchen ließ:
Bei Gruppe 1 wurden besonders die Ebene des virtuellen Wasser und, ob die Schule bereits innerhalb einiger Strukturen wie der Mensa und dem Papierverbrauch Nachhaltigkeit beweist, näher betrachtet.
Bei Gruppe 2 erfolgte eine Exkursion in den Fast Fashion Bereich und die Auswirkungen unseres Kaufverhaltens in der Kleidungs- und Nahrungsmittelindustrie und die Vermeidung von Müll.
Allgemein bot die Präsentation noch eine Vielzahl von Möglichkeiten, die aus Zeitgründen größtenteils unerforscht bleiben mussten.

Außerdem sprach der Moderator über die persönliche Verantwortung und die tiefer gehenden Folgen einzelner Konsumentscheidungen und der Möglichkeiten diesen zu entgehen wie zum Beispiel dem Upcycling, Second-Hand-Shopping und der gewissenhaften Verwendung von Gütern des täglichen Lebens.

Beiden Gruppen halfen einige vom Moderator geführte gemeinschaftliche Aktionen zur Portaitierung der Ausmaße unseres Ressourcenverbrauchs im reicheren Viertel der Erdbevölkerung und, dass sogar ein kleines Geräusch oder eine Geste einen großen Wert haben und bedeutende Veränderungen initiieren kann – auch ohne dass wirklich jeder mithilft.

Nach einigem Input an Wissenswertem gingen einige Teile zumindest nachdenklich aus der Veranstaltung, welche somit sicherlich ein denkbares Projekt am GBE war.

Der Name „REdUSE“ ist Programm und beinhaltet bereits die Botschaft: reUSE = wiederverwenden, reDUCE = reduzieren und zuletzt reCYCLE = zurück in den Kreislauf. Diese Begriffe sind zugleich das Motto und die zu Lehren versuchte Anpassung des Lebens im Sinne des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit.

Das selbst erklärte Projektziel war und ist:
„das Aufzeigen der Konsequenzen unseres heutigen Ressourcenverbrauchs für Gesellschaft und Ökosysteme und junge Menschen zu ermutigen, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen“ (offizielle REdUSE-Website).


Abschließend lässt sich nur sagen, wie auch der Moderator wörtlich zitierte, „Demokratie ist, wenn Menschen sich in ihre eigenen Angelegenheiten einmischen“, denn nur gemeinsam können wir einen gesamtgesellschaftlichen Prozess hin zu einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft anstoßen.

Marvin Andre Roth, Jahrgang 11 (©2019)
(Mit freundlicher Unterstützung von Vanessa Kottmann)

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