Rezension zu

„Der Wunschzettel“ von Alexandra Potter

Weihnachten 2007. Nebst einigen „modernen“ Geschenken hat mich das Christkind in diesem Jahr auch mit dem guten alten Klassiker – einem Buch – bedacht. Als Fan von romantischen, witzig geschriebenen Romanen scheint mein Geschmack mit „Der Wunschzettel“ von der britischen Autorin Alexandra Potter genau getroffen worden zu sein. Zumindest hat es ein sehr ansprechendes Cover und auch der Klappentext klingt viel versprechend. So dauert es nicht lange und ich folge dem Rat des Cleo Magazines „Einfach aufs Sofa kuscheln und lesen!“.

Verwöhnt von Susan Elisabeth Philipps’ Romanen, die mich schon auf den ersten Seiten total in ihren Bann gezogen haben und die ich dementsprechend innerhalb weniger Tage regelrecht verschlungen habe (was ich beim Lesen des letzten Satzes jedes Mal bereut habe, da ich gerne noch etwas länger Freude daran gehabt hätte), bin ich gespannt, ob Fräulein Potter da mithalten kann.

Nun ja, sagen wir so… ich bin stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, die 445 Seiten komplett bis ans Ende durchzulesen. Nach den ersten zehn Seiten habe ich mich gefragt, ob ich das Buch gleich beiseite legen sollte, denn sowohl der möchtegern-witzige Schreibstil als auch die zähfließende Handlung ließen mein Gähnpotential ins Unermessliche steigen. Im Nachhinein bin ich dann aber doch ganz froh, dass ich weiter gelesen habe, da ich nach weiteren zehn Seiten den Inhalt durchschaut hatte und wusste, worauf es hinaus laufen würde.

Heather Hamilton ist gestresst vom Großstadtleben in London, überfordert mit den kleinen Dingen des Alltagslebens und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass sich all ihre Probleme in Luft auflösen. Die mysteriöse Begegnung mit einer Zigeunerin scheint ihre Rettung zu sein. Sie drängt Heather ein Sträußchen Heidekraut auf, welches diese jedoch in ihre Handtasche verstaut und dort vorerst vergisst. Allerdings geschehen fortan merkwürdige Dinge. Plötzlich scheinen alle ihre Wünsche in Erfüllung zu gehen und das Heidekraut taucht immer wieder auf, obwohl sie es weggeworfen oder in irgendeine Tasche gesteckt hat. So dauert es zunächst eine Weile, bis Heather der Gedanke kommt, dass das Heidekraut für die plötzlichen Veränderungen verantwortlich ist. Mit dieser neu gewonnenen Erkenntnis wünscht sie sich den perfekten Mann. Und bekommt ihn. Der von ihr schon seit Monaten angehimmelte Nachbar fragt sie nach einem Date. Heathers Glück scheint vollkommen zu sein. Doch schließlich muss sie resigniert feststellen, dass die Erfüllung ihrer Wünsche ihr nicht das geglaubte Glücksgefühl verleiht. Stattdessen wird ihr bewusst, dass sich ihr Glück bereits ganz in ihrer Nähe befindet – ihr Untermieter Gabe.

Hex hex, hokus pokus, die beiden kommen zusammen. Buch zu Ende.

Das Buch ist geprägt von zahlreichen Längen und wenig Originalität. Und auch wenn die Handlung nur langsam vor sich hinplätschert, ist die Geschichte leicht zu durchschauen, Überraschungen gibt es keine. Hinzu kommt der träge Schreibstil, sodass ich mich jedes Mal aufs Neue dazu überwinden musste, weiter zu lesen. Rein technisch gesehen lässt es sich zwar leicht lesen, aber eher im Sinne von „Runterrasseln“ als fröhlich-leichter Unterhaltung. Vielleicht liegt es auch am britischen Humor, für den ich mich anscheinend nicht erwärmen kann, aber soviel ist sicher: Wer auf herzzerreißendes Lachen, mitfühlende Tränen oder ein seliges Lächeln setzt, ist hier an der falschen Adresse.

Etwas Positives kann ich dem Roman aber doch abgewinnen – die Grundidee und deren Message ist durchaus interessant. Jeder von uns hat Wünsche, die er natürlich möglichst erfüllt haben möchte. Aber dieses Buch wirft die Frage auf, ob es wirklich das absolute Glück ist, wenn im Leben immer alles genau nach Wunsch verläuft?! Oder ob das, was man sich wünscht, vielleicht gar nicht das ist, was man wirklich braucht um glücklich zu sein?!

Natürlich darf man träumen, jedoch sollte man dabei nicht vergessen, dankbar zu sein für all das, was man schon hat.

Aber trotz dieser sicherlich guten Grundidee wird das Buch bei mir zu einem weiteren Staubfänger mutieren. Denn auch frische Milch und fette Sahne helfen nichts, wenn das Endprodukt Käse ist.

Alina Wegner

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