16.08.2011

Von Säulen und Pfeilern

Spätestens seit Ken Folletts Bestsellern „Säulen der Erde“ und „Pfeiler der Macht“ sind wir mit der symbolischen Bedeutung von Säulen und Pfeilern vertraut. Nehmen wir zur Klärung der Begrifflichkeit noch Fachwissen aus der Architektur hinzu, so erfahren wir, dass die Säule eines der ältesten Architekturelemente ist, im engeren Sinne als Begriff anzuwenden auf Stützen mit rundem Querschnitt, wohingegen die Stütze mit viereckigem Querschnitt als Pfeiler zu bezeichnen ist.

Säulen oder Pfeiler – in jedem Fall treten sie dort auf, wo es eine Last zu tragen gilt und gleichzeitig Räume überspannt werden sollen, sie also tragende oder stützende Funktion in einem Gebäude übernehmen – wie zum Beispiel im zentralen Versammlungs- und Begegnungsort des Gymnasiums Bad Essens, dem Großen Forum/ der Aula.

Da sie als statische Elemente auf Dauer angelegt und damit zeitlos sind, stellen sie einen Kontrast dar zur Dynamik stetig wechselnder Schüler- und Lehrergenerationen.

Abgesehen von ihrer funktionalen Bedeutung gaben sowohl Säulen als auch Pfeiler den Künstlern schon immer Anlass zu stilistischer Normensetzung, wie sie zum Beispiel in den „Säulenordnungen“ des Altertums vorliegt.

In der Moderne dagegen nimmt sich ein Künstler wie Friedensreich Hundertwasser im KunstHausWien die Freiheit, in der Gestaltung einer Säule seinem persönlichen Ausdruckswillen zu folgen. –

Auch wir wollten, passend zur Einweihung der neuen Mensa und dem Umbau des Großen Forums, die „Pfeiler“ nach unseren Vorstellungen neu gestalten, setzten auf ihre Symbolkraft und verwendeten daher Schlüsselbegriffe aus unserem Schulprogramm als Aufschrift, da diese ihrem Aussagegehalt nach unsere Ziele formulieren.

So haben wir sie nun täglich vor Augen, die Pfeiler mit ihren Aufschriften wie „Mündigkeit“, „Würde“ und „Teamgeist“, die unser gemeinsames Schulleben stützen und tragen sollen, uns allen hoffentlich ein Ansporn!

Beate Hölscher (Fachgruppe Kunst)

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