17.08.2011

Kunstunterricht im Jahrgang 10: Thema „Landschaft“

Kompositionsanalysen im Kunstunterricht arbeiten in der Regel mit Wort und Bild. Dabei lassen sich kompositionelle Zusammenhänge zeichnerisch, malerisch und verbal erschließen und darstellen.

Eine weitere Zugangsform ist die praktische Umsetzung des Bildaufbaus in seine einzelnen Ebenen, welche ja erst die Voraussetzung für Räumlichkeit schaffen.

Indem die Schüler eine Scenografie ( = bühnenbildhafter Aufbau) anfertigen, wird ihre Aufmerksamkeit auf die Bühnen-, Guckkasten- oder Kulissenartigkeit des Bildraumes gelenkt.

Viele Maler der Romantik organisierten ihre Bildräume ganz im Sinn einer Bühne.

Sowohl Joseph Anton Koch als auch Caspar David Friedrich staffelten die Tiefe des Bildraumes in deutlich unterscheidbare Abschnitte, Bildgründe und Kulissen. So liegt es nahe, gerade im Themengebiet „Landschaftsmalerei der Romantik“ praktische Verfahren zur Kompositionsanalyse anzuwenden, deren Ergebnis eine konstruierte Seitenansicht zur Darstellung des räumlichen Aufbaus eines romantischen Landschaftsbildes war. Gleichzeitig wurde das so entstandene Schrägbild räumlich auseinandergezogen, um die Wirkung zu intensivieren.

Die praktische Arbeit erfolgte in vier Phasen:

In Phase 1 wählten sich die Schüler ein Bildbeispiel romantischer Landschaftmalerei aus (Caspar David Friedrich), lösten das Bild auf einer Kopie in ein Lineargefüge auf und übertrugen und vergrößerten dieses mittels des Rasterverfahrens.

In Phase 2 ermittelten die Schüler drei bis fünf verschiedene Raumebenen und kopierten diese linear vom Vordergrund zum Hintergrund aufsteigend.

In Phase 3 wurden alle Raumebenen = Kulissen malerisch-reproduktiv ausgeführt, wobei Farbauftrag und Farbmischung (Grundfarben + weiß/schwarz) eine gesonderte Leistungsanforderung beinhalteten.

In Phase 4 wurden die Raumebenen auf einem „Spielboden“ kulissenartig aufgerichtet und stabilisiert.

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