07.03.2011

GBE holt 5 Preise bei der Landesrunde der Mathematik-Olympiade

Am 25./26. Februar 2011 fand das Landesfinale der Deutschen Mathematik- Olympiade in Göttingen statt. Die Mannschaft des Gymnasiums Bad Essen erzielte dabei in diesem Jahr wieder großartige Erfolge: Miriam Appel (8FL)siegte im Jahrgang 8 mit einer souveränen Leistung. Außerdem errangen Bentje Jantzen (5F1) sowie Laura Labuschagne (5F3) punktgleich Bronzemedaillen und Annalena Tiemann (6L1) sowie Kira Bühning (9L) erhielten Anerkennungspreise. Auch die beiden weiteren Teilnehmer, Kirsten Sehlmeyer (9F2) und Alexander Gramke (9FL) erzielten gute Ergebnisse, wenn sie auch nicht ganz für einen Preis reichten.

Die Deutsche Mathematik- Olympiade (MO) ist neben dem Bundeswettbewerb Mathematik der bedeutendste Wettbewerb für das Fach Mathematik in Deutschland, der zudem als Internationale Mathematik- Olympiade auch noch eine internationale Fortsetzung hat. In diesem Schuljahr ist es in Deutschland bereits die 50. MO, wobei sie allerdings bis zur Wiedervereinigung im Wesentlichen nur in der DDR präsent war. In Niedersachsen gewann sie erst um die Jahrtausendwende an Bedeutung und so war das Landesfinale 2011 für Niedersachsen erst das 10., und das GBE beteiligte sich in diesem Schuljahr zum 5. Mal an diesem Wettbewerb.
In diesen fünf Jahren hat sich Zahl der niedersächsischen Teilnehmer an der MO aus den Klassenstufen 5-13 von etwa 2000 auf 7000 erhöht, die sich in 2011 auf etwa 200 Schulen im Lande verteilen. Unverändert geblieben ist seit 2002 die Zahl der Landesrundenteilnehmer aus diesen Klassenstufen mit etwa 200 Schülerinnen und Schülern.
Diese Teilnehmerzahl lässt sich aus organisatorischen Gründen, insbesondere wegen der begrenzten Kapazität der Göttinger Jugendherberge, nicht erhöhen. So wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, überhaupt einige der begehrten Startplätze zu erhalten.
Die Qualifikation für die Landesrunde erfolgt über die Leistungen, die die Schüler in drei- bis vierstündigen Auswahlklausuren im November an den einzelnen Schulen zeigen. Die besten Arbeiten aus jeder Klassenstufe werden nach Göttingen eingereicht und dort noch einmal nachkorrigiert. Das Organisationskomitee verschickt dann an die besten des Landes die Einladungen. Es ist dabei bereits als Riesenerfolg für das GBE zu verbuchen, dass 7 Schülerinnen und Schüler das GBE in Göttingen vertreten durften.

Jonna Ossenbeck (5L1) und Sophie Lucht (5F1), die im Jahrgang 5 ebenfalls überragende Klausurergebnisse erzielt hatten, verpassten angesichts der großen landesweiten Konkurrenz ebenso die Qualifikationsnorm für Göttingen wie die Jahrgangsbeste im Jahrgang 7 (Ann- Christine Lüke, 7F2).

Wenn auch der olympische Geist („Dabei sein ist alles“) nicht verdrängt wurde, so bereiteten sich die 7 Landesrundendteilnehmer in den Wochen vor dem Landesfinale doch intensiv auf ihren Start vor. Unterstützt von Frau Frenzel und mir quälten sie sich durch Berge von Aufgaben aus den letzten Jahren – gibt es doch etliche typische Aufgaben und Lösungstricks, die jeder Teilnehmer, der beste Chancen auf eine gute Platzierung haben will, einfach schon einmal kennen gelernt haben sollte – mit dem typischen Schulmathematikstoff haben die Olympiadeaufgaben in der Regel wenig zu tun. Und am Ende ist es dann die Mischung aus Geschick, Talent, Tagesform und Glück, die darüber entscheidet, ob es zum ganz großen Erfolg langt.

Am Morgen des 25 Februar war es soweit: Die „größeren“ unserer Teilnehmer (Jg. 8 und 9) fuhren, während die Klassenkameraden in der Schule schwitzten, mit mir nach Göttingen. Glücklicherweise hatten wir sowieso das Auto nehmen wollen, streikten doch an diesem Morgen die Lokführer, was die allein nachreisende Kollegin Frenzel schmerzlich miterleben musste. Am Mittag begann dann auch schon die erste vierstündige Klausur mit bundesweit einheitlichen Aufgaben. (Auch in den anderen Ländern fanden an diesem Wochenende die Landesfinale statt.) Für die Neuntklässler war dies bereits ein Wechselbad: Während eine der drei Aufgaben bei den dreien Erinnerungen an eine Vorbereitungsausfgabe wach werden ließ, stöhnten sie gewaltig über die Geometrieaufgabe: „Hat die irgendjemand herausbekommen?“, fragte Kira mich am Abend fast vorwurfsvoll. (Dass es tatsächlich insgesamt drei Neuntklässler aus dem Lande geschafft hatten, erfuhren wir aber erst am Samstagabend.)

Der Ärger wich aber dann doch schnell am Abend in der Jugendherberge, konnte man hier schließlich neue Kontakte knüpfen - ein von unseren Schüler(inne)n hoch eingeschätzter (Neben-)Effekt der Veranstaltung.

Während für unsere vier „Großen“ am Samstag morgen ab 8.00 Uhr bereits die zweite Klausur lief, trafen die sehr aufgeregten Fünft- und Sechstklässler mit den mitgereisten Eltern in der Göttinger Universität zu ihrem Wettbewerb ein. (Diese Jahrgänge schreiben nur eine dreistündige Klausur.) Für manchen der jungen Teilnehmer ist allein das Arbeiten in einer völlig fremden Umgebung eine echte Herausforderung, und so ist es für diese Kinder sehr hilfreich, wenn die Eltern wenigstens in der Nähe sind – und auch für die Eltern ist das „Dabeisein“ bei dieser Veranstaltung ein Erlebnis - so reisen auch immer ein paar Elternteile der älteren Teilnehmer am Samstag noch hinterher nach Göttingen. Während Frau Frenzel und ich in der Mittagszeit wie schon am Abend des Freitages bei der Korrektur mithalfen, gab es für die Schülerinnnen und Schüler (und auch die Eltern) ein unterhaltendes Rahmenprogramm, es wurde ein Teilnehmerfoto aller rund 200 Olympioniken geschossen,...
(Dieses und viele weitere Fotos gibt es unterwww.mo-ni.de/klasse-5-13/landesrunde)

Der Höhepunkt der Veranstaltung ist sicher die feierliche Siegerehrung in der Aula der Uni Göttingen. Schon bald war bei der Bekanntgabe der Anerkennungspreisträger klar, dass das GBE auch in diesem Jahr nicht ohne einen Preis nach Hause fahren musste. Die beiden Bronzemedaillen und die Goldmedaille für Miriam komplettierten dann ein hervorragendes Ergebnis für das GBE mit 5 Preisen bei 7 Teilnehmern. Für Miriam ist die in diesem Jahr errungene Goldmedaille bereits die zweite, nachdem sie schon im Jahr 2009 eine erzielt hatte (und einen Anerkennungspreis in 2010), und Kira erhielt zum vierten Mal in Folge einen Preis beim Landesfinale (Anerkennungspreise in 2010 und 2011 sowie Silbermedaillen in 2008 und 2009). Aber auch Alexander und Kirsten, die leider „leer“ ausgingen, freuten sich mit ihren Mitschülern über deren Preise. Für Kirsten, die dieses „Schicksal“ jetzt bereits zum dritten Mal ereilte, bleibt der Trost, dass es auch eine großartige Leistung ist, dreimal in Folge nach Göttingen „dabei gewesen zu sein“, also immerhin in allen drei Jahren zu den 200 Besten im Lande zu gehören!

In den nächsten Tagen wird sich herausstellen, ob die MO 2011 für Miriam noch eine Fortsetzung findet: Das Organisationskomitee in Göttingen entscheidet dann, welche der besten Teilnehmer der Landesrunde eingeladen werden zu einem Vorbeitungsseminar für die Bundesolympiade. Dort wird dann die endgültige 13-köpfige Landesmannschaft für die Bundesolympiade im Mai in Trier ermittelt. Wir drücken Miriam die Daumen ...
   

Annalena unmittelbar vor der Klausur

Kira unmittelbar vor der Klausur

bei der Siegerehrung

Laura und Bentje bei der Siegerehrung (quelle: mo-ni.de)

Miriam (links) mit allen Landessiegern (quelle: mo-ni.de)

die GBE- Mannschaft nach der Siegerehrung: von links: Kirsten, Miriam, Kira, Annalena, Alexander, Bentje und Laura

Ein Glückwunsch geht an unsere 7 Schüler(innen), verbunden auch mit einem Dank für das gezeigte Engagement in diesem Wettbewerb.
Mein Dank gilt auch
- den Kolleg(inn)en, die die Schüler(innen) für die Vorbereitungsstunden entbehren mussten, natürlich insbesondere auch meiner Kollegin Ulrike Frenzel, die
die Vorbereitung für unsere 5.- und 8.-Klässlerinnen durchgeführt hat (und den Lokführerstreik aushalten musste),
- den Eltern für psychische und fahrtechnische Unterstützung,
- den Organisatoren und Helfern der MO in Göttingen für eine wie immer perfekt vorbereitete und durchgeführte Veranstaltung und
- denen, denen ich eigentlich an dieser Stelle auch noch danken müsste, es jetzt aber gerade vergesse ...

Auch im Schuljahr 2011 /2012 wird das GBE wieder bei der MO mitmachen und wir wollen möglichst einige unserer diesjährigen Erfolge wiederholen.

Helmut Baumann

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