Minierer


Fünf Schüler (Anna Gärtner, Katharina Fritzler, Tobias Bartholomäus, Reemt Lücht, Daniel Mengeler) aus dem Seminarfach "Lifescience" beschäftigen sich mit der Schädigung von Rosskastanien durch die Miniermotte. Ihre Arbeit wird von der Rütgers-Stiftung finanziell gefördert.

Erstaunlicherweise trotzen nur die rotblühenden Kastanien dem Angriff von Millionen von Miniermotten (Minierer). Die Blätter der weißblühenden sind hingegen schon im Juni durch zahlreiche braune Flecken entstellt. Die Teilnehmer möchten untersuchen, welche geheimnisvollen Unterschiede zwischen der weiß- und der rotblühenden Rosskastanie die Minierer abschrecken.

Die Ergebnisse werden von den Schülern auf dem Stiftungstag der Rütgers-Stiftung am 7. September 2007präsentiert.

Weitere Informationen zum Projekt

Projekt "Ein Minierer sieht rot !?" des Gymnasiums Bad Essen beendet.

Das Projekt ist beendet, die beteiligten Schüler haben Abitur gemacht und unsere Schule verlassen. Die Ergebnisse wie auch der gesamte Ablauf sind im Internet auf der Website des Projekts dokumentiert.

Das Projekt "Ein Minierer sieht rot!?", das von vier Schülern des GBE durchgeführt und von der Rütgers Stiftung großzügig unterstützt wurde, ist erfolgreich beendet worden.

Die beteiligten Schüler (Tobias Bartholomäus, Katharina Fritzler, Anna Gärtner, Reemt Lücht, Daniel Mengele) haben ihre Arbeit und die Ergebnisse nicht nur auf dem Stiftungstag der Rütgers Stiftung im September des vergangenen Jahres vorgestellt. Sie sind auch im Internet auf der Website des Projekts dokumentiert.

Zwar können die Schüler zum Ende ihres Projekts keinen eindeutige Antwort auf die Frage geben, warum die rotblühende Rosskastanie nicht, die weißblühende hingegen schon von der Rosskastanienminiermotte befallen wird. Bei einigen der von ihnen durchgeführten Untersuchungen haben sich aber Ideen für weitere Untersuchungen ergeben.

Bezüglich des Blattbaus ist festzustellen, dass die Blätter zwar Unterschiede aufweisen (Weißblühende Rosskastanie weist größere und heller gefärbte Blätter auf; Blätter der weißblühenden Rosskastanie besitzen eine sehr viel dünnere Cuticula). Ob allerdings die Cuticula die Miniermotten davon abhält, ihre Eier auf dem Blatt der rotblühenden Rosskastanie ähnlich häufig abzulegen, wie bei der weißblühenden, das können wir nicht sagen. Ob in der Cuticula Stoffe enthalten sind, die die Larven schädigen, so dass sie nicht in das Blatt eindringen oder darin sich weiter entwickeln können, auch dazu können wir keine Aussage machen. Weitere Untersuchungen sind hier notwendig und angedacht (Inhaltstoffe der Cuticula analysieren; Cuticula auf Blätter der weißblühenden Rosskastanie übertragen).

Auch die Schadstoffbelastung im Regenwasser oder Boden zeigt keine deutlichen Unterschiede. Dies war auch zu erwarten, da an mehreren Standorten rot- und weißblühende Rosskastanien direkt nebeneinander stehen.

Genetische Unterschiede sind zwischen der rot- und der weißblühenden Rosskastanie sicherlich vorhanden, da die rotblühende eine Kreuzung aus der weißblühenden Rosskastanie mit der nordamerikanischen Pavie ist. Molekularbiologisch konnten wir das mit unseren Methoden allerdings nicht nachweisen, da uns das entscheidende Werkzeug, der spezifische Primer, fehlte. Zwar gelang es den Schülern der MobiLab-AG um Herrn Herms, zwei Primer zu finden, mit denen ein charakteristisches Bandenmuster in der Gelelektrophorese erhalten wurde. Allerdings war dieses Bandenmuster bei beidenRosskastanien identisch. Es fehlte also ein Primer, der für rot- und weißblühende Rosskastanien jeweils spezifische DNA-Abschnitte herausschneidet. Würde ein solcher Primer gefunden, wäre das von den Schülern entwickelte Verfahren erfolgreich.

Bei den verschiedenen Verfahren, die zur Verhinderung des Schlüpfens der Rosskastanienminiermotte im Labor getestet wurden, war der Testsieger das Verfahren des Abdeckens des Falllaubs mit einer festen Folie. Hierbei konnte die Anzahl der geschlüpften Falter um 98% reduziert werden. Auch ist diese Methode mit relativ wenig Aufwand auszuführen, sodass diese für jeden Kleingärtner zu empfehlen ist. Auch wenn im Laufe der Folgegenerationen des Sommers Falter von anderen nahe stehenden Kastanien den Baum befallen werden, so verschiebt sich durch dieses Verfahren der größte Schaden in der Spätsommer, einer für die Baumgesundheit und Ästhetik weniger wichtigen Phase. In einer Folgearbeit haben Katharina Fritzler und Ruben Reich interessierte Bürger für einen Feldtest dieses Verfahrens gewinnen können. Hier wurde das Laub im Herbst 2007 eingesammelt und mit Folie bedeckt. Im Frühjahr wird es dann untergepflügt. Es bleibt abzuwarten, wie stark der Befall im Sommer 2008 dadurch reduziert werden kann.

D.Grube