Willkommen bei der Schulmediation am GBE

Schulmediation - Wozu dient das eigentlich?
 
Konflikte gehören zu unserem täglichen Alltag. Ansonsten gingen wir Menschen nicht ehrlich miteinander um. Leider aber verläuft der Konflikt oder Streit oftmals ohne Regeln, dafür aber umso emotionsgeladener. Es wird beleidigt und man ignoriert sich gegenseitig. Das eigentliche Problem wird dabei nicht gelöst: Man rennt auseinander oder spricht nicht mehr miteinander. Eine für beide akzeptable Lösung wurde nicht gefunden.

Konflikte oder Streitsituationen gehören auch zum täglichen Schulalltag. Häufig enden sie so, dass der Lehrer quasi im Schnellverfahren „ zwischen Tür und Angel “, mal eben so in der Pause, eine Lösung finden soll bzw. muss. Es liegt auf der Hand, dass diese in vielen Fällen den Konfliktparteien nicht gerecht werden kann. Es mangelt dafür an Einsicht der Betroffenen und vor allem an Zeit auf beiden Seiten, den Konflikt wirklich zu lösen. Das Ende vom Lied: eine der beiden streitenden Parteien geht lächelnd weg und fühlt sich als Sieger, der andere schmollt und sieht sich– in seinen Augen völlig ungerechtfertigt – als Verlierer. Der mit der Streitschlichtung beauftragte Lehrer hat ebenfalls irgendwie das Gefühl, der Sache nicht wirklich gerecht geworden zu sein. Die Konsequenz ist ein sich verschlechterndes Unterrichtsklima und eine vergiftete Atmosphäre. Vor allem mehr oder weniger unbeobachtet in den Pausen auf dem Schulhof.
 
Muss ein Konflikt, ein Streit so enden?

Antwort: In vielen Fällen - nein. Häufig kann Mediation helfen.

Mediation ist ein Verfahren zur Konfliktlösung, das in den 60er und 70er Jahren in den USA entwickelt wurde und heute vermehrt in vielen Bereichen angewendet wird, z. auch heute in Deutschland in der Justiz als ein probates, zeit- und kostengünstiges Verfahren bei Streitfällen, die ansonsten von Gericht in einem juristischen Urteil enden würden.

Wörtlich übersetzt bedeutet “mediation“ Vermittlung, Gemeint ist die Vermittlung in Konfliktfällen durch unparteiische Dritte, die von beiden Seiten akzeptiert werden. Mediation ist dann sinnvoll, wenn sich die Konfliktaustragung in einer Sackgasse befindet, die Streitenden aber ein grundsätzliches Interesse an vernünftigen zukünftigen Beziehungen zueinander haben und grundsätzlich bereit sind, an einer Konfliktlösung mitzuarbeiten.
 
Die MediatorInnen helfen den Streitenden, eine einvernehmliche Lösung ihrer Probleme zu finden. Sie hören sich in geeigneter Atmosphäre die Anliegen aller Beteiligten an, lassen sie – ganz wichtig - ihre Gefühle ausdrücken und helfen bei der Klärung der Interessen der Konfliktparteien. Die am Streit Beteiligten können in vielen Fällen bessere Entscheidungen über ihr Leben treffen als eine Autorität von außerhalb, in der Schule wäre dies z.B. der Lehrer. Und vor allem ist die gefundene Lösung „ihre“ Lösung, eine Lösung, die sie selber wollen – und nicht die der Autorität, z.B. die des Lehrers.

Das Gespräch läuft nach festen Regeln ab. Schlüsselfaktoren sind Vertraulichkeit, gegenseitiger Respekt, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich zu öffnen und sich auch in die Position des Streitgegners hineinzuversetzen. Ziel ist eine Einigung, die die Konfliktparteien unterzeichnen und umsetzen. Angestrebt wird also eine Lösung, die die Streitparteien erarbeitet und für gut befunden haben. Es gibt somit keinen Gewinner und keinen Verlieren. Man spricht auch von einer Win-Win-Situation.

Wie funktioniert Mediation am GBE?

Täglich in der ersten großen Pause hält sich in einem speziell für die Mediation hergerichteten Raum eines der Mediationsteams auf. Da die große Pause kaum für ein vollständiges Mediationsgespräch reicht, werden in diesen Pausen Termine für ein klärendes Gespräch in den Freistunden oder notfalls auch während des Unterrichts (immer in Absprache mit den betroffenen Lehrkörpern!) abgesprochen. Zum Abschluss des Mediationsgespräches gehört im Regelfall die Unterzeichnung eines von den Streitparteien ausgearbeiteten Vertrages und ein Nachtreffen, an dem noch einmal geprüft wird, ob die Mediation erfolgreich war.

Die Ausbildung zum Schulmediator erfolgt in einer einjährigen AG, in der die interessierten Schülerinnen und Schüler in die theoretischen Grundlagen der Mediation eingewiesen werden und diese dann in Rollenspielen erproben. Danach entscheiden sie sich, ob sie als Schulmediatoren arbeiten wollen. Die einstündige AG wird z.Zt. vom Beratungslehrer der Schule geleitet.

Die Schüler haben gelernt, Konflikte besser zu verstehen, aktiver zuzuhören – d.h. Informationen präzise zu verarbeiten, sensibler und bewusster verbale und nonverbale Sprache einzusetzen, konstruktiver und ruhiger mit Emotionen umzugehen und die eminent wichtige Bedeutung von Freundlichkeit und Höflichkeit einzuschätzen, die Fähigkeit deeskalierend zu wirken bzw. zu sein ( Eisbergmodell, 4-Ohrenmodell, Ich- und Du-Botschaften, die Kunst des aktiven Zuhörens etc.) – alles Dinge, die für ihren eigenen späteren Berufs- und Lebensweg von großer Bedeutung sind.
Die streitenden Schülerinnen und Schüler profitieren im Idealfall dahingehend, als dass ihr Konflikt gewaltfrei gelöst worden ist.
 
Sie haben erkannt, dass eine wertschätzende Kommunikation aus vier Schritten besteht – Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte

1. Wahrnehmung und Fakten, die wir beobachten
2. Gefühl – wir drücken unsere emotionalen Reaktionen aus, ohne Vorwürfe auszusprechen
3. Bedürfnis nennen, das nicht erfüllt wurde, d.h. wir sagen, was uns wichtig ist
4. Bitten, was wir möchten – konkret, aber ohne zu fordern

Wer sind die Mediatoren ?

Für alle Fragen, die noch nicht geklärt sind:
Kontakt zu den Mediatoren

 

Blick ins Archiv der Mediations-AG

 

Weißt du, warum sich Raben streiten?
Um Würmer und Körner und Kleinigkeiten.
…..
Raben streiten um jeden Mist.
Und wenn der Streit mal zu Ende ist,
weißt du, was Raben dann sagen?
Komm, wir wollen uns wieder vertragen!

Franz Wittkamp
 
 
J. Vorkefeld